Der August gehört zu den spannendsten Gartenmonaten des Jahres. Die Sonne hat noch viel Kraft, doch die Nächte werden langsam kühler. Der Garten steht in voller Pracht, gleichzeitig kündigt sich der Herbst bereits leise an. Jetzt entscheidet sich, wie gesund Pflanzen durch den Spätsommer kommen und wie gut der Garten in die nächste Saison startet.
Die vergangenen Wochen haben viele Pflanzen gefordert. Auf Hitzewellen folgten mancherorts heftige Gewitter mit Starkregen und Sturm manchmal sogar Hagel. Die Folgen sind sichtbar: Gelbe Blätter an Bäumen und Sträuchern, erschöpfte Sommerblumen und gestresste Rasenflächen.
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, den Garten aufmerksam zu beobachten und ihn gezielt zu unterstützen.
Erfreulich ist, dass viele Schädlinge in diesem Sommer bislang weniger stark auftreten. Trotzdem lohnt sich ein regelmäßiger Kontrollgang.
Lassen Sie Spinnennetze möglichst unberührt. Spinnen gehören zu den wichtigsten natürlichen Schädlingsbekämpfern und fangen große Mengen an Stechmücken und anderen lästigen Insekten.
Auch Schnecken halten sich vielerorts in Grenzen. Es genügt meist, Nacktschnecken regelmäßig abzusammeln und beim Lockern des Bodens nach ihren weißen Eiern Ausschau zu halten.
Kranke Blätter, von Pilzen befallene Triebe sowie schorfiges Obst sollten konsequent entfernt und über den Hausmüll entsorgt werden. Fallobst und faulende Früchte bleiben besser nicht lange liegen, da sie Krankheiten und Schädlinge fördern.
Viele Sommerblumen und Stauden profitieren jetzt von einer Extraportion Pflege. Entfernen Sie regelmäßig verwelkte Blüten und abgestorbene Blätter. Das verhindert Pilzkrankheiten und regt viele Pflanzen zu einer zweiten Blüte an.
Petunien, Surfinias oder Million Bells danken einen Rückschnitt mit frischen Blüten. Anschließend erhalten sie einen schwach dosierten Flüssigdünger. An heißen Tagen gilt dabei: lieber häufiger und sparsam düngen als selten und zu viel.
Auch Dahlien, Knollenbegonien, Rosen, spätblühende Stauden und der Rasen freuen sich über eine letzte Nährstoffgabe. Verwenden Sie dafür möglichst Spezial- oder mineralische Dünger, denn organische Dünger wirken jetzt oft zu langsam.
Kübelpflanzen dagegen bereiten sich bereits auf die Ruhezeit vor. Ab Mitte August wird nicht mehr gedüngt. Kamelien sollten sogar schon Anfang August ihre letzte Düngergabe erhalten.
Selbst robuste Pflanzen leiden unter extremer Mittagshitze. Empfindliche Kübelpflanzen oder frisch gesetzte Stauden freuen sich über etwas Schatten während der heißesten Stunden.
Und vergessen Sie sich selbst nicht: Arbeiten Sie möglichst morgens oder abends im Garten, tragen Sie einen Sonnenhut und trinken Sie ausreichend.
Nach den ersten Ernten entstehen im Gemüsebeet freie Flächen. Diese sollten nicht ungenutzt bleiben.
Eine Gründüngung mit Phacelia, Lupinen, Klee, Sommerwicken oder Senf verbessert die Bodenstruktur, schützt vor Austrocknung und liefert wertvolle Nährstoffe. Besonders Leguminosen reichern mithilfe ihrer Wurzelknöllchen Stickstoff im Boden an.
Auch Kompost spielt jetzt eine wichtige Rolle. Erntereste, Rasenschnitt und andere Pflanzenabfälle können direkt als Mulch zwischen den Gemüsereihen verteilt oder auf dem Kompost umgesetzt werden. Das fördert das Bodenleben und verbessert langfristig die Bodenqualität.
Wasser bleibt auch im August das wichtigste Gartenthema.
Gießen Sie lieber selten, dafür durchdringend – idealerweise früh morgens oder spät am Abend. So gelangen die Wurzeln tiefer in den Boden und die Pflanzen werden widerstandsfähiger.
Regelmäßiges Hacken lockert die obere Bodenschicht und reduziert die Verdunstung deutlich. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Stroh oder Holzhäcksel schützt zusätzlich vor Austrocknung und unterdrückt Unkraut.
Nach einem intensiven Sommer zeigt der Rasen oft kahle Stellen. Der August eignet sich hervorragend für Nachsaaten oder sogar eine komplette Neuanlage.
Bei Hitze sollte der Rasen etwas höher gemäht werden. Längere Halme beschatten den Boden und schützen ihn vor dem Austrocknen.
Ist der Rasen während des Urlaubs zu hoch geworden, schneiden Sie ihn nicht auf einmal stark zurück. Kürzen Sie ihn lieber in mehreren Etappen auf die gewünschte Höhe von etwa vier bis fünf Zentimetern.
Hainbuchen- und Ligusterhecken erhalten jetzt ihren Sommerschnitt. Auch viele andere Hecken können noch einmal in Form gebracht werden.
Abgeblühte Stauden wie Lavendel, Rittersporn, Mädchenauge, Schleierkraut oder Kokardenblume danken einen kräftigen Rückschnitt häufig mit einem zweiten Blütenflor.
Bei Obstgehölzen beginnt ebenfalls die Schnittsaison. Sauerkirschen werden nach der Ernte bis ins junge Holz zurückgeschnitten. Süßkirschen lassen sich jetzt einkürzen und auch Himbeeren, Brombeeren sowie Beerensträucher werden ausgelichtet.
Wichtig für Familien mit kleinen Kindern: Entfernen Sie jetzt die giftigen Früchte von Eisenhut, Pfaffenhütchen, Seidelbast, Tollkirsche, Liguster oder Aronstab.
Der August ist Ernte- und Aussaatmonat zugleich.
Frühkartoffeln, Bohnen, Erbsen, Zwiebeln und Möhren werden jetzt geerntet. Gleichzeitig können Brokkoli, Endivien, Radicchio, Feldsalat, Winterspinat, Rosenkohl, Grünkohl oder Winterportulak ausgesät werden und liefern bis weit in den Winter frisches Gemüse.
Erdbeeren sollten möglichst bis Mitte August gepflanzt werden, damit sie im kommenden Jahr einen guten Ertrag bringen.
Tomaten und Zucchini benötigen jetzt besonders viele Nährstoffe und ausreichend Wasser. Bei Tomaten werden die Triebspitzen gekappt, damit die vorhandenen Früchte vollständig ausreifen.
Der August ist einer der besten Pflanzmonate überhaupt.
Polsterstauden und Bodendecker können geteilt und neu gesetzt werden. Auch Clematis und immergrüne Gehölze wachsen jetzt noch gut ein.
Sommerheide bringt frische Farbe in den Garten und auf den Balkon, während Containerstauden Lücken in den Beeten schließen.
Bereits jetzt beginnt außerdem die Pflanzzeit vieler Frühlingsblüher. Madonnenlilien, Kaiserkronen, Steppenkerzen, Zierlauch, Schachbrettblumen, Märzenbecher, Schneeglöckchen und Winterlinge sollten jetzt in die Erde, damit sie im kommenden Frühjahr ihren großen Auftritt haben.
Der August ist damit weit mehr als nur ein Erntemonat. Wer jetzt pflegt, schneidet, pflanzt und den Boden stärkt, legt den Grundstein für einen gesunden Garten im Herbst – und für einen blütenreichen Start ins nächste Gartenjahr.
Im September finden Sie hier: Fest der Früchte. Schauen Sie wieder rein, es lohnt sich.